Ist Burnout eine medizinische Diagnose?
Nach der WHO ist Burnout ein arbeitsbezogenes Phänomen, keine eigenständige medizinische Diagnose. Seine Symptome überschneiden sich stark mit Depression, deshalb gehört ein hoher Wert fachlich eingeordnet.
Ist der Test der MBI?
Nein. Es ist ein eigener Orientierungs-Check entlang der drei WHO-Dimensionen, bewusst keine Reproduktion des lizenzpflichtigen MBI.
ADHS oder Burnout, wie unterscheide ich das?
Beides führt zu Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und dem Gefühl, nicht mehr hinterherzukommen, deshalb werden sie leicht verwechselt. Ein grober Anhaltspunkt ist der Verlauf: Burnout wird meist mit einer konkreten Überlastungsphase verbunden, ADHS-Muster wie Ablenkbarkeit und Aufschieben bestehen oft schon lange. Dieser Anhaltspunkt ersetzt keine Abklärung, beides kann zusammen vorkommen und sich gegenseitig verstärken. Der ADHS-Test beschreibt eine zusätzliche Symptomdimension, keine Entscheidung zwischen beidem.
Burnout oder Depression?
Wenn du dich ausgebrannt fühlst, ist die wichtigste Frage nicht das richtige Etikett, sondern wie weit es reicht. Grob beobachtet bessert sich Burnout eher, wenn du wirklich abschalten und dich erholen kannst, während eine Depression oft auch in Pausen, im Urlaub und außerhalb der Arbeit bestehen bleibt. Verlässlich ist diese Beobachtung aber nicht, denn auch eine Depression kann stark an der Arbeit hängen. Dieser Check ordnet die Belastung entlang der WHO-Dimensionen ein, und weder er noch der PHQ-9 unterscheiden klinisch zwischen Burnout und Depression. Der Depressions-Test beschreibt zusätzlich die Schwere depressiver Symptome. Schwere, anhaltende oder von dunklen Gedanken begleitete Beschwerden gehören unabhängig vom Arbeitsbezug fachlich abgeklärt.
Zum Depressions-Test (PHQ-9)
Stress oder Burnout?
Der Übergang ist fließend, es geht um den Grad, nicht um ein klares Entweder-oder. Bei Stress schwankt die Belastung, mit Erholung fängst du dich wieder und kannst dir vorstellen, dass es besser wird. Beim Burnout ist die Erschöpfung tiefer und hält an, dazu kommen oft Zynismus gegenüber der Arbeit und das Gefühl, nichts mehr zu schaffen, auch nach dem Wochenende. Kein einzelner Check kann diese Linie ziehen, und auch eine Depression kann hinter anhaltender Erschöpfung stecken. Der Stress-Test beschreibt die aktuelle Belastung als zusätzliche Dimension, er entscheidet nicht zwischen Stress und Burnout.
Zum Stress-Test
Was ist Mama-Burnout oder Eltern-Burnout?
Eltern-Burnout beschreibt eine tiefe Erschöpfung aus der Dauerbelastung durch Kinder und Verantwortung, oft ohne Feierabend und ohne echte Pause. Typisch sind das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen, emotionale Distanz zum Kind und das Ausgelaugtsein schon am Morgen. In der Forschung wird das als eigenes Konzept mit eigenen Fragebögen untersucht. Dieser Check misst das nicht: Er ist am arbeitsbezogenen Burnout ausgerichtet, das die WHO ausdrücklich auf den beruflichen Kontext begrenzt, und lässt sich nicht auf die Elternrolle übertragen. Wenn die Belastung anhält, ist Unterstützung kein Versagen, sondern sinnvoll, etwa in der Hausarztpraxis oder einer Beratungsstelle.
Wann sollte an eine körperliche Ursache gedacht werden?
Wenn die Erschöpfung stark im Vordergrund steht und sich mit Erholung nicht bessert, lohnt sich ein Blick auf den Körper. Eine Schilddrüsenunterfunktion, Eisen- oder Vitamin-D-Mangel, ein gestörter Schlaf oder eine Infektion können ähnlich müde und antriebslos machen. Dieser Check erfasst das nicht. Ein einfaches Gespräch in der Hausarztpraxis klärt solche Ursachen mit ab.