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Bipolar-Test
Dieser Selbsttest nutzt den MDQ, ein kurzes, wissenschaftlich etabliertes Screening für Phasen ungewöhnlich gehobener oder gereizter Stimmung, wie sie bei einer bipolaren Störung vorkommen. Er ersetzt keine Diagnose, kann aber eine erste Orientierung geben, ob eine fachliche Abklärung sinnvoll ist.
Mood Disorder Questionnaire (MDQ)
Die ersten 13 Fragen beginnen alle mit: "Gab es jemals eine Zeit, in der Sie nicht Ihr gewohntes Selbst waren und ..." Danach folgen 2 kurze Zusatzfragen. Bitte beantworten Sie alles mit Ja oder Nein und denken Sie dabei an Ihr gesamtes bisheriges Leben, nicht nur an die letzten Tage.
Was misst der MDQ?
Der MDQ (Mood Disorder Questionnaire) umfasst 13 Ja/Nein-Fragen zu Erfahrungen aus (hypo)manischen Phasen, also Zeiten, in denen jemand ungewöhnlich euphorisch oder gereizt war. Gefragt wird unter anderem nach gehobener oder gereizter Stimmung, vermindertem Schlafbedürfnis, Rededrang, rasenden Gedanken, leichter Ablenkbarkeit, gesteigerter Energie und Aktivität, mehr Geselligkeit und Libido sowie riskantem Verhalten oder unbedachtem Geldausgeben. Wie im Original folgen auf die 13 Fragen zwei Zusatzfragen: ob mehrere dieser Symptome im selben Zeitraum auftraten und ob sie deutliche Probleme verursacht haben. Erst wenn beides zutrifft und mindestens 7 Fragen mit Ja beantwortet wurden, gilt das Screening als positiv.
Was bedeutet das Ergebnis?
Der MDQ ist ein Screening und keine Diagnose. Ab 7 mit Ja beantworteten Fragen gilt das Ergebnis als auffällig, vor allem dann, wenn mehrere dieser Symptome gemeinsam in einem Zeitraum aufgetreten sind und für Probleme im Alltag gesorgt haben. In diesem Fall ist eine weitere Abklärung sinnvoll. Ein erhöhter Wert heißt nicht, dass eine bipolare Störung vorliegt, und ein niedriger Wert schließt sie nicht sicher aus. Eine bipolare Störung lässt sich nur im persönlichen Gespräch und über die Lebensgeschichte einordnen, idealerweise durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie oder eine psychotherapeutische Praxis. Der Test kann Ihnen aber Worte und einen konkreten Anlass geben, dieses Gespräch zu suchen.
Für wen ist der Test?
Für Erwachsene, die bei sich Phasen bemerkt haben, in denen sie nicht ihr gewohntes Selbst waren, etwa auffällig hochgestimmt, getrieben, voller Energie oder gereizt, oft im Wechsel mit Phasen niedergedrückter Stimmung. Der MDQ ist besonders dann hilfreich, wenn früher schon einmal eine Depression im Raum stand, denn (hypo)manische Phasen werden im Rückblick leicht übersehen. Wenn es Ihnen gerade sehr schlecht geht, ist ein Selbsttest nicht der wichtigste Schritt; dann ist direkte ärztliche Unterstützung sinnvoll.
Quelle
Hirschfeld RMA, Williams JBW, Spitzer RL et al. Development and validation of a screening instrument for bipolar spectrum disorder: the Mood Disorder Questionnaire. Am J Psychiatry, 2000. Der MDQ ist für die nicht-kommerzielle und klinische Nutzung frei verfügbar.