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PTBS-Test (Trauma)
Nach einem sehr belastenden Erlebnis kann der Körper noch lange in Alarmbereitschaft bleiben. Dieser Selbsttest hat zwei Stufen: zuerst ein kurzes Screening mit fünf Ja-Nein-Fragen (PC-PTSD-5), danach optional die ausführliche PCL-5 mit 20 Fragen nach DSM-5. Beide stellen keine Diagnose, können Ihnen aber in Ruhe zeigen, ob eine fachliche Abklärung sinnvoll wäre. Sie müssen dabei nichts Schlimmes noch einmal durchleben.
Wenn es gerade zu viel wird
Wenn Erinnerungen Sie überwältigen oder Sie an Suizid denken, bleiben Sie damit nicht allein. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Bei akuter Gefahr wählen Sie sofort die 112.
Kurz-Screening: PC-PTSD-5
Primary Care PTSD Screen for DSM-5 (PC-PTSD-5)
Manchmal passieren Menschen Dinge, die ungewöhnlich belastend oder erschreckend sind, zum Beispiel ein schwerer Unfall, ein Brand, ein Überfall, körperliche oder sexuelle Gewalt, ein Krieg, der plötzliche Tod eines nahestehenden Menschen oder eine schwere Erkrankung. Die erste Frage klärt, ob Sie so etwas erlebt haben. Die 5 Fragen danach beziehen sich auf die Folgen im letzten Monat. Bitte beantworten Sie jede Frage mit Ja oder Nein.
Ausführlich einordnen: PCL-5
Wenn das Kurz-Screening auffällig war oder Sie es genauer wissen möchten, können Sie hier die vollständige PCL-5 ausfüllen. Sie umfasst 20 Fragen zu den Beschwerden im letzten Monat und liefert neben einem Gesamtwert auch ein Profil über die vier Symptombereiche. Nehmen Sie sich dafür einen ruhigen Moment. Wenn die Fragen zu viel werden, dürfen Sie jederzeit pausieren.
PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5), 20 Items
Die folgenden 20 Aussagen beschreiben Probleme, die Menschen nach einem sehr belastenden Erlebnis manchmal haben. Bitte geben Sie für jede Aussage an, wie stark Sie im letzten Monat davon belastet waren. Wenn die Fragen zu viel werden, dürfen Sie jederzeit pausieren.
Unterschied zwischen PC-PTSD-5 und PCL-5
Der PC-PTSD-5 ist ein kurzes Türöffner-Screening mit fünf Ja-Nein-Fragen, gedacht für die Grundversorgung, um schnell einen ersten Hinweis zu bekommen. Die PCL-5 ist der ausführliche Fragebogen mit 20 Aussagen, die exakt den vier Symptombereichen der PTBS nach DSM-5 folgen: Wiedererleben, Vermeidung, negative Veränderungen von Denken und Stimmung sowie Übererregung. Der kurze Test sagt eher, ob man genauer hinschauen sollte. Der lange Test zeigt, wie stark und in welchen Bereichen die Belastung ausgeprägt ist. Beide Ergebnisse stehen unabhängig nebeneinander und überschreiben sich nicht.
Was bedeuten die Werte?
Beim PC-PTSD-5 gilt ab 4 von 5 Ja-Antworten das Ergebnis als auffällig, ab 3 lohnt sich schon ein genauerer Blick. Bei der PCL-5 reicht der Summenwert von 0 bis 80. Ein Wert ab etwa 31 bis 33 gilt als Bereich für eine wahrscheinliche PTBS, je nach Kontext. Zusätzlich prüft der Test, ob das DSM-5-Symptommuster erfüllt ist, also ob in allen vier Bereichen genügend Symptome vorliegen. Das ist ein Fachhinweis, keine Diagnose. Ein niedriger Wert schließt eine Belastung nicht sicher aus, und ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine PTBS vorliegt. Belastungsreaktionen nach einem schweren Erlebnis sind zunächst normal. Entscheidend ist, ob sie über Wochen bestehen bleiben und den Alltag prägen.
Was eine Diagnostik zusätzlich braucht
Ein Fragebogen ist ein Ausschnitt. Eine echte Diagnose stellt eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachperson im Gespräch, idealerweise mit traumatherapeutischer Erfahrung. Dabei geht es unter anderem darum, seit wann und wie stark die Beschwerden bestehen, wie sehr sie den Alltag einschränken und ob andere Ursachen infrage kommen. Der Test kann Ihnen Worte und einen konkreten Anlass geben, ein solches Gespräch zu suchen. Eine PTBS ist gut behandelbar.
Emotionale Taubheit: was dahinter stecken kann
Viele Menschen beschreiben nach einem belastenden Erlebnis eine emotionale Taubheit: Gefühle wirken wie gedämpft oder abgeschnitten, positive Empfindungen fallen schwer, und man fühlt sich von anderen entfremdet. Das ist kein Zeichen von Kälte, sondern eine häufige Schutzreaktion. Die PCL-5 auf dieser Seite fragt diese Taubheit direkt ab, sie gehört zum Symptombereich der negativen Veränderungen von Denken und Stimmung. Emotionale Taubheit kann aber auch mit einer Depression oder mit Dissoziation zusammenhängen, dem Gefühl, neben sich zu stehen oder die Welt wie durch einen Nebel wahrzunehmen. Wenn dieses Gefühl anhält, lohnt sich eine fachliche Einordnung. Der Dissoziation-Test kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein.
Quellen
Prins A, Bovin MJ, Smolenski DJ, et al. The Primary Care PTSD Screen for DSM-5 (PC-PTSD-5). J Gen Intern Med, 2016. Weathers FW, Litz BT, Keane TM, Palmieri PA, Marx BP, Schnurr PP. The PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5). National Center for PTSD, 2013. Blevins CA, Weathers FW, Davis MT, Witte TK, Domino JL. The PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5): Development and Initial Psychometric Evaluation. J Trauma Stress, 2015;28(6):489-498. Beide Instrumente wurden vom National Center for PTSD des US Department of Veterans Affairs entwickelt und sind als Public Domain frei verfügbar. Die deutschen Formulierungen der PCL-5 sind eine eigene, nicht normierte Übersetzung des englischen Originals.